Die Geschichte des Spinnens

 


Von Hand gesponnen wurde in Europa bereits um 6000 v. Chr., darauf verweisen die Spinnwirtel der Seklo-Kultur im frühneolithischen Griechenland.  Was nicht feststeht ist, ob Wolle oder Flachs versponnen wurde. Erst 2000 Jahre später ist Lein belegt. Im 14. Jahrhundert wurde das Handspinnrad erfunden, Ende des 18. Jahrhunderts die erste Spinnmaschine, die Spinning Jenny. 1769 wurde die erste Spinnmaschine mit Wasserradantrieb zum Patent angemeldet, die Waterframe. Eine Weiterentwicklung der Waterframe und der Jenny war der Selfaktor. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Ringspinnen erfunden, welches bis heute das wichtigste Spinnverfahren geblieben ist.

Das Spinnen von Hand erfolgte entweder mit bloßen Händen oder aber mit einer Handspindel. Die Rohfaser wurde dabei auf einem Rocken (Kunkel) befestigt, um die Faser geordnet zu halten. Eine weitere Vorrichtung zum Spinnen von Hand ist das Spinnrad, mit dem die Entwicklung des mechanischen Spinnens begann. Es wird bereits 1298 in einer Chronik von Speyer erwähnt und taucht im 13. Jahrhundert auch in verschiedenen anderen europäischen Regionen auf. Sein Ursprung ist in China zu suchen. Den ersten Hinweise auf das Flügelspinnrad findet man im Hausbuch der Fürstenfamilie Walburg-Wolfegg aus 1480. Die Jürgen von Wolfenbüttel zugeschriebene Erfindung dieses Spinnrades dürfte eine Legende sein. Um 1500 konstruierte auch Leonardo da Vinci ein Flügelspinnrad.

Das Spinnen spielt vielfach eine Rolle im Mythos und wird etlichen Schicksalsgöttinen - so der griechischen Klotho - zugewiesen (vgl Moiren, Parzen). Spinnen und Weben gelten als Erfindung der Göttin Athene. In der germanischen Mythologie spinnen die Nornen die Schicksalsfäden.


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