Seifensieden



Die ersten Seifen waren aus Fettabfällen erzeugt. Hauptsächlich wusch man damit die schmutzige Wäsche. Erst viel später entdeckte man die Seife auch als Körperpflegemittel. Die heutige Seife weicht im Material nicht viel von den ersten Seifen ab.

Selbst gemachte, duftende Seife ist immer ein wunderbares Geschenk. Das Herstellen macht viel Freude und in der Wahl des Duftes und der Form ist man völlig frei.
Verwendet wird heute gutes Fett und Öle, sowie reine Natronlauge. Vorsicht mit der Lauge. Sicherheitsvorkehrungen müssen getroffen werden. Außerdem alles Lästige und Störende abstellen.

Material
1 großer hoher Topf mit 2 - 3 Liter Inhalt
1 kleiner Topf mit Griff und Ausgiesser zum mischen der Lauge
1 kleines Gefäß zum Abwiegen der Lauge
1 Holzkochlöffel zum Umrühren
1 Küchenthermometer bis 100°C
1 Küchenwaage auf 1 bis 2 Gramm ablesbar
1 oder mehrere Seifenformen für ca. 1,5 Liter Seifenmasse. Zum Beispiel Holzkistchen. Die Form muss bis 100°C Hitze beständig sein.

Haut und Kleidung muss vor der ätzenden Natronlauge geschützt sein. Seifensieden ist nichts für Kinder! Der Zeitaufwand beträgt ca. 1 - 2 Stunden.

Was noch benötigt wird - was noch wichtig ist
Gummihandschuhe
Plastikschürze
Schutzbrille, damit keine Laugenspritzer ins Auge gehen
Essig zum Neutralisieren, falls doch etwas daneben geht
In der Nähe des Waschbeckens arbeiten, damit Lauge gleich abgewaschen werden kann
Dämpfe müssen gut abgelüftet werden. Am offenen Fenster arbeiten
Alte Tücher, Küchenrolle

Zutaten
500g Schweineschmalz oder Rindertalg
500g Sonnenblumenöl oder Rapsöl
130g Ätznatron oder Natriumhydroxid
380g destilliertes Wasser

Reine Natronlauge erhält man in der Apotheke oder in Drogerien.

Verarbeitung
Das Fett und das Öl langsam im grossen Topf auf 60°C bis 90°C erwärmen. Wenn alles geschmolzen ist, lässt man die Masse auf 50°C bis 60°C abkühlen.
In den kleinen Topf das Wasser geben und erst dann das Natron dazugeben. Niemals umgekehrt, da es sonst eine kleine Explosion gibt. Es werden nun ätzende Dämpfe frei, also gut lüften.
Nun die noch heisse Lauge in den Topf mit Öl schütten. Das Öl muss noch immer 50°C bis 60°C haben. Die Masse wird sofort milchig. Mit dem Holzkochlöffel fleissig rühren bis die Masse Pudding ähnlich wird. Die Masse kann nun in die Formen gegeben werden.
Die Seife muss mindestens 24 Stunden an einem trockenen und gut gelüfteten Ort in der Form stehen bleiben.
Durch das Lagern sinkt der Laugenanteil bzw. der pH-Wert wird geringer. Eine ausgereifte Seife sollte mehrere Wochen liegen bevor sie benutzt wird.
Eine selbst gemachte Seife ist ein Naturprodukt und kann mit einem Industrieprodukt nicht verglichen werden.

Kräuter in der Seife
Kamille - verwendet werden die pulverisierten Blütenköpfchen
Lavendelblüten - verwendet werden die pulverisierten Blüten, oder reines ätherisches Öl
Patchoulieblätter - Verwendet werden die gemahlenen Blätter
Petersilie - Verwendet wird das getrocknete Kraut
Rosmarin - Verwendet werden die pulverisierten Rosmarinnadeln
Salbei - Verwendet wird das zerkleinerte Kraut
Zitronenmelisse - Verwendet werden die zerkleinerten Blätter


zurück