Mittelalterliche Musikinstrumente
 

 


Schalmei
Im Mittelalter ist "Schalmei" der Oberbegriff für eine ganze Instrumentenfamilie. Zu dieser gehören die Pommer, Oboe, Zurna, Rauschpfeife, Bombarde und Shenai. Schalmeien sind Holzblasinstrumente mit einer konischen Röhre, die meist am unteren Ende in einen zum Teil recht großen Schallbecher mündet.
 


Fidel

Die Fidel ( lat. fides, die Saite) ist ein mittelalterliches Streichinstrument mit 5 bis 7 Saiten in Quint- und Quartstimmung. Nachgewiesen durch Abbildungen ist die Fidel seit ca. 1000 n. Chr. von meist ovalem Korpus. Die Fidel war das wichtigste Instrument der Minnesänger die dazu sangen und tanzten.. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich aus der Fidel die heute bekannte Geige..
 
 



 


Harfe
Die Harfe war eines der beliebtesten Instrumente des Mittelalters; zusammen mit der Fidel wurde sie am häufigsten genannt und abgebildet. Bereits um etwa 3000 v. Chr. wurde Sie  in Mesopotamien und Ägypten nachgewiesen.
 


Psalterium
Das Psalterium oder Psalter hatte seinen Höhepunkt im Mittelalter um 1600.  Sein Resonanzkasten ist meist trapezförmig, rechteckig oder in „Schweinskopfform“ und ist oft reich verziert. Die Ursprünge des Psalteriums reichen bis ins 10. Jahrhundert und in den orientalischen Kulturraum zurück.
 


Drehleier

Die Drehleier oder Radleier (manchmal auch Bauernleier) ist ein Streichinstrument, bei dem die Saiten von einem eingebauten Rad angestrichen werden, das mittels einer Kurbel gedreht wird. Die schwingende Länge einer oder mehrerer Saiten , wird mechanisch mit Tasten verkürzt, um die Tonhöhe zu verändern. Sie ist  in Texten ab dem 10. Jahrhundert belegt. Die frühesten bekannten Darstellungen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Eine bedeutende Veränderung erfährt die Drehleier ausgehend von Frankreich im achtzehnten Jahrhundert. Viele technische Grundlagen der heute verwendeten Instrumente gehen auf diese Zeit zurück.
 


Citole
Die Citolle ist ein Zupfinstrument in vielerlei Bauformen. Sie wurde mit Metall- oder Darmsaiten gespielt. Erste Abbildungen tauchten ab dem 9. Jahrhundert auf.
 


Scheithold

Das Wort Scheitholt - es meint ursprünglich "in Scheite geschlagenes Brennholz" - dient spätestens seit dem 16. Jahrhundert zur Bezeichnung eines Musikinstruments (Grimm VIII, 1893, Sp. 2484). Unter dem Namen Scheitholt wird eine Griffbrettzither verstanden, die auf deutschem Sprachgebiet zum ersten Mal und erstaunlich präzise von Michael Praetorius beschrieben und abgebildet wurde.
(Michael Praetorius: Syntagma musicum, Band II, Theatrum Instrumentorum, Wolfenbüttel 1620, Taf. XXI)

 


Positiv
Das Portativ ist eine Orgel mit zwei Bälgen die es durch eine regelmäßige Luftzufuhr und damit eine Trennung der Funktion von Spieler und dem Kalkanten. (Die Bälge wurden vom Kalkant bedient). Ein historisches Musikinstrument, das seine Blütezeit im Mittelalter ab dem 15. Jahrhundert hatte. Die meisten Portativspieler waren Spielleute.
 


Orgel
Das byzantinische  Reich erhob die Orgel  zu einem wichtigen Instrument für die kaiserliche Zeremonien. Damit rückte sie auch in die Nähe der kirchlichen Feierlichkeiten. In den karolinischen  Chroniken wird berichtet, dass in den Jahren 757 und 811 jeweils eine Gesandtschaft vom byzantinischen Kaiserhof an den fränkischen Hof kam und für Pippin den Jüngsten bzw. für dessen Sohn und Nachfolger Karl der Grosse eine Orgel mitbrachte. Bischofs-Kirchen in Westeuropa begannen im Laufe des 9. Jahrhundert sich Orgeln anzuschaffen, Klosterkirchen erst seit dem 11.Jahrhundert.Früh- und hochmittelalterlichen Orgeln waren Bockwerke, einzelne Register konnten noch nicht ab- oder zugeschaltet werden. Wurde eine Ton ausgelöst erklangen alle Pfeifen, die diesem Ton zugeordnet waren. Auch gab es noch keine Tastatur oder Manuale. Ein Ton wurde ausgelöst, indem man mit der ganzen Hand eine Holzlatte, die so genannte „Schleife“, herauszog und so die Windzufuhr zu den Pfeifen für diesen Ton freigab.
 


Flöten

Eine Flöte ist ein Ablenkungs-Aerophon, bei dem ein Luftstrom über eine Kante geführt wird, an der er in Schwingung gerät. (Holzblasinstrument). Ab dem 12. Jahrhundert ist die  Blockflöte durch Abbildungen belegt. Abbildungen von Doppelflöten gibt es vom 10. bis zum 14. Jahrhundert Die Querflötesoll aus dem dem byzantinischem Raum stammen; nachweislich ist Sie im Mittelalter seit dem 12. Jahrhundert.
Eine 50.000 Jahre alte Flöte wurde in Slovenien (Divje Baba) gefunden. Hergestellt wurde  Sie  aus einem Bärenoberschenkel  und besitzt 4 Löcher. Sie soll das älteste Musikinstrument sein.

 

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