Hexenverfolgung

 


Europaweit fand die Hexenverfolgung von
1450-1792 statt. Der Höhepunkt des Hexenwahns lag zwischen 1625 und 1630. Während dieser Zeit wurde fast 1/20 der Bevölkerung hingerichtet. Ein ewiger Teufelskreis von Anschuldigungen, Folterungen, Nennung von Mitschuldigen, Hexenproben und falschen Geständnissen war los getreten. Die letzte Hexe wurde 1775 hingerichtet. Ausgangspunkt dieser Tragödie war der "Hexenhammer" von Jakob Sprenger. Im "Hexenhammer" stand geschrieben wie eine Hexe zu erkennen sei, wie sie zu foltern sei und wie man sie dazu brachte ein Geständnis abzulegen, damit man sie auf den Scheiterhaufen werfen konnte. 200 Jahre lang wurden "Hexen" aufgrund des "Hexenhammer" verfolgt und hingerichtet.  Es gab nicht nur weibliche Hexen, Männer wurden ebenso der Hexerei bezichtigt.
Je hässlicher eine Frau war, und je mehr Muttermale sie besaß umso eher fiel sie dem Hexenwahn zum Opfer. Besonders Hebammen wurden oft angeklagt, da im "Hexenhammer" stand, dass diese den Samen Satans den Neugeborenen einpflanzen würden.
Ankläger waren zumeist die Reichen und sozial hoch Gestellten. Ihnen konnte man nichts anhaben, sie spendeten der Kirche und waren somit von vorn herein glaubhaft und ehrwürdig. Nach dem Ableben der "Hexen" wurde die gesamte Habe, Grund und Boden an die Oberschichten verteilt.
Der damals gängige Satz: "Stets hänge man die Armen und gebe Haus und Hof an die Reichen.", zeigt, aus welchem Grund „Hexen" getötet wurden.
Unliebsam gewordene Ehefrauen und Ehemänner konnte man sehr leicht, durch eine Anklage der Hexerei, loswerden.
Von Hexen behauptete man, sie würden sich des Nachts mit Satan treffen, kleine Kinder braten und dem Nachbarn die Ernte verderben. Man dichtete ihnen an, sie würden Butter verderben und das Vieh verhexen.

Das Bild der Hexe wurde so dargestellt, dass es auf möglichst viele Frauen passte. Nichts war leichter, als jemanden auf den Scheiterhaufen zu bringen. Es genügte zu sagen, dass man des Nachts die Hexe ungewöhnliche "Dinge" habe tun sehen. Sogar Kinder und Verbrecher konnten mühelos eine Aussage machen, die bedingungslos geglaubt wurde.
Manche Richter sprachen pro Jahr 1000 sofortige Todesurteile aus.

Wurde eine Hexe festgesetzt, so musste man erproben, ob es auch eine Hexe war. Dies geschah mit den so genannten Hexenproben. Eine davon war die Wasserprobe. Die Hexe wurde an Händen und Füßen gefesselt und ins Wasser geworfen. Ging sie unter und ertrank, war sie keine Hexe. Blieb sie allerdings oben, ging das nicht mit rechten Dingen zu und war mit dem Teufel im Bunde. Sie wurde unweigerlich zum Tode verurteilt.
Der Hintergrund für diese schreckliche Vorgehensweise war, dass Wasser heilig war, da Christus in ihm die Taufe vornahm. Und heiliges Wasser nahm nur reine Personen in sich auf.

Eine weitere Probe war die Nadelprobe. Man stach mit einer Nadel in ein Muttermal, blutete die Stelle nicht, so war der Beweis erbracht, dass es sich um eine Hexe handelte. Allerdings war die Nadel so präpariert, dass sie die Haut des Opfers gar nicht berührte.

Die Wägeprobe besagte, dass eine Hexe ein bestimmtes Gewicht haben musste. War die gewogene Person außer dem Toleranzbereich von 5kg war sie eine Hexe.

Geständnisse wurden grundsätzlich mit Folter erpresst. War man im Vorfeld schon geständig, gab es Strafmilderung. Was bedeutete, dass man nicht bei lebendigem leibe verbrannt wurde, sondern vorher stranguliert wurde.
Mittäter, die unter Folter angegeben wurden, waren meist vorgesagte Namen von Personen, die dem Bischoff im Wege standen. Oder aber, wer klug war, gab den Namen seines Anklägers an.

Allerdings gab es auch schon früh mutige Menschen, die den Hexenwahn verurteilten.
Unter ihnen der Trierer Jesuitenpater Friedrich v. Spee, der Hexenprozesse als unrechtmäßige und als grausame Justizmorde verurteilte. Spee schrieb wie die meisten Kritiker seine Traktate gegen den Hexenwahn unter einem Pseudonym, um nicht seinerseits auf dem Scheiterhaufen zu enden. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme musste er vom Abt seines Klosters in Sicherheit gebracht werden. Trotz Spees entschiedener Streitschrift "Cautio Criminalis"  aus dem Jahr 1631 dauerte es  noch über 100 Jahre bis der letzte Hexenprozess sein Ende gefunden hatte.


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