Der Gang nach Canossa und seine Bedeutung

 

Als Gang nach Canossa bezeichnet man den Italienzug König Heinrichs IV. vom Dezember 1076 von Speyer aus nach Rom, durch welchen er die Vereinigung des für Februar 1077 nach Augsburg zur Wahl eines neuen Königs eingeladenen und sich auf dem Weg befindenden Papstes Gregor VII. mit den deutschen Fürsten (Fürstenopposition) verhindern wollte. Der Papst suchte Zuflucht auf der Burg Canossa der papsttreuen Markgräfin Mathilde von Tuszien, vor welcher Heinrich dann die Lösung seiner Person vom Kirchenbann (dem Anathema) zu erlangen versuchte. Es ist umstritten, ob es tatsächlich zu dem (eigentlich für Laien vorgesehenen) Ritual der Kirchenbuße kam, da alle historischen Überlieferungen von Parteigängern des Papstes stammen.

Im heutigen Sprachgebrauch wird bisweilen auch ein als erniedrigender Bittgang im übertragenen Sinne als ein "Gang nach Canossa" bezeichnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gang_nach_Canossa

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