Die Legende der Blutgräfin


Erzsébet Báthory, verheiratet Erzsébet Nádasdy (deutsch: Elisabeth Báthory, ungarisch: Báthory Erzsébet, slowakisch: Alžbeta Bátoriová/Báthoryová, * 7. August 1560 in Nyírbátor, Ungarn; † 21. August 1614 auf Burg Čachtice, Königliches Ungarn, heute Slowakei) war eine ungarische Gräfin und gilt als eine der schlimmsten Serienmörderinnen. Sie wurde 1611 zahlreicher Morde angeklagt und als Folge davon bis zu ihrem Tod eingemauert.

Nachdem sie schon öfter bei Hofe angezeigt worden war, wurde ihr Schloss am frühen Morgen des 29. Dezember 1610 von Georg Thurzo (slow.: Juraj Thurzo, ung.: Thurzó György), dem Palatin des Königlichen Ungarns, gestürmt. Man stellte sie unter Arrest und zwang ihre Diener unter Folter auszusagen.

Im anschließenden juristischen Verfahren von 1611 wurden Elisabeth Báthory vor allem aufgrund von über 300 Zeugenaussagen mindestens 80 Morde angelastet. Der Kastellan von Schloss Nádasdy, der Burg von Sárvár, sagte sogar aus, während der dortigen Aufenthalte Báthorys seien allein 174 Mädchen tot aus der Wasserburg getragen worden. Eine andere Zeugin erwähnte ein von Báthory geschriebenes Buch, das mehr als 650 Frauennamen enthalten haben soll.

Ein formelles Urteil gegen die Gräfin kam aber nicht zustande – es blieb bei ihrer Einkerkerung in einem Turmzimmer der Burg Čachtice, dessen Fenster zugemauert wurde, so dass sie niemals mehr das Tageslicht erblickte. Dahingegen wurden 1611 drei Dienerinnen und ein Diener als Mittäter verurteilt, nämlich:

  • Helena Jo (auch Helene), Witwe des Stephan Nagy, arbeitete zehn Jahre lang als Kindermädchen für die drei Töchter der Gräfin Báthory; zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt
  • Dorothea Széntes (genannt Dorkó), Witwe des Benedict Scöcs, arbeitete fünf Jahre als Kammerzofe für die Gräfin; zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt
  • Johannes Ujvári (genannt Ficzkó, deutsch „Bursche“), war sechzehn Jahre lang Diener der Gräfin; zu Enthauptung verurteilt, Leichnam danach auf dem Scheiterhaufen verbrannt
  • Katharina Beneczky (genannt Kata), Witwe des Johann Boda, war zehn Jahre lang als Wäscherin auf der Burg Csejte tätig, zu Gefängnisstrafe verurteilt

Katharina war nicht in gleicher Weise wie die anderen Dienerinnen an den Verbrechen beteiligt und hatte nie selbst jemanden getötet. Sie wurde von der Gräfin jedoch regelmäßig zur Beseitigung der Leichname aufgefordert. Zeugenaussagen zufolge hatte sie auch aus Mitleid viele der eingesperrten Opfer mit Nahrung versorgt. Als Mitwisserin, die die Vorgänge stillschweigend duldete, wurde sie nur mit einer Gefängnisstrafe belegt.

Elisabeth Báthory wurde am 21. August 1614 um 2 Uhr nachts von einem Diener in ihrem Turmzimmer tot aufgefunden. Am 25. November wurde sie in der Kirche zu Csejte beigesetzt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Bathory#Blutgr.C3.A4fin-Legende
 

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