Drogen im Mittelalter


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Drogen (das Wort erscheint im Dt. erst im 16. Jh. und war abgeleitet von ndd. drogefate = Trockenfässer, Packfässer mit getrockneter Ware. Droge wurde irrtümlich als Bezeichnung des Inhalts aufgefasst; Spezereien, Gewürze, Apotheker- und Farbwaren wurden bis dahin als specie, specerie bezeichnet, v. mlat. species). Pflanzliche, tierische und mineralische Ausgangsstoffe für Arzneimittel und zur Verwendung in der Technik (Färben, Gerben), meist in getrockneter und pulverisierter Form. Sie wurden als Einzelpräparat (simplex), häufiger in komplexen Rezepten eingesetzt, wobei über die Pharmakodynamik völlige Unkenntnis bestand. (Im Volksglauben bestanden mystische Vorstellungen, die weit über die Arzneiwirkung hinausreichten.) Drogenlisten finden sich z.B. im „Circa Instans“ des Matthaeus Platearius und im „Antidotarium Nicolai“. Hier kann nur eine kleine Auswahl bemerkenswerter, im MA. gebräuchlicher Drogen angeführt werden.
Pflanzliche Drogen Allermannsharnisch (Allium victorialis; Sieglauch, -wurz, Siegmarslauch, -männlein; zur Familie der Liliengewächse zählend; Blüten gelblich, in kugeliger Scheindolde). Der Name rührt daher, dass die Zwiebel der Pflanze der Alraunwurzel ähnlich – also entfernt menschenähnlich – gestaltet und mit einem „Panzer“ aus feinen Härchen überzogen ist. Gemäß dem Analogieglauben war man davon überzeugt, dass ein Amulett aus Allermannsharnisch „fest“ gegen Hieb-, Stich- und Schussverletzungen mache.
Alraune (ahd. alruna, aus ahd. alp [Kobold], und runen [flüstern], die Wurzel des Nachtschattengewächses Mandragora [v. pers. mardom ghia = Manneskraut oder mehr-egiah = Liebeskraut]; auch: Anthropomorphon, Semihominis, Hominiformis. Botan. Mandragora officinarum, M. vernalis, M. autumnalis). Wohl die faszinierendste ma. Heil- und Zauberpflanze. Sie kam seit dem frühen MA. aus Südeuropa nach Deutschland, wo sie nicht heimisch ist; 1136 wurde sie von der hl. Hildegard beschrieben. Das niedrige, krautartige Gewächs hat breite, blassgrüne Blätter, glänzendgelbe Blüten, rote, beerenähnliche Früchte und einen zwei- bis dreiteiligen dicken Wurzelstock, der senkrecht in die Erde wächst und vom Geflecht der Wurzelfasern überzogen ist. In dem Wurzelstock erkannte man bei einiger Phantasie eine menschliche – weibliche oder männliche – Gestalt, was wohl der Grund für die besondere Wertschätzung in der Volksheilkunde war. Um nicht durch den schrecklichen Schrei, den die Wurzel beim Ziehen ausstößt, Schaden zu nehmen, sollte man sich die Ohren verstopfen oder die Wurzel von einem Hund ausreißen lassen, an dessen Halsband sie mit einer Schnur angebunden war. Der Hund hatte die Prozedur dann prompt mit seinem Leben zu bezahlen. Unter einem Galgen gewachsene Wurzeln hießen "Galgenmännchen"; ma. Annahme zufolge sollten sie aus dem Urin (Schweiß, Ejakulat) eines unschuldig Gehenkten entstanden und von besonderer Heilkraft sein. Sie sollte vergrabene Schätze anzeigen, hieb-, stich- und kugelfest machen, Glück und Reichtum ins Haus bringen und diverse Krankheiten heilen (z.B. Epilepsie, Schwermut, Augenkrankheiten). Neben der vom Volksglauben suggerierten mystisch-zauberischen Wirkung zeitigte die Mandragorapflanze physiologische Wirkungen aufgrund der in den kugeligen Früchten enthaltenen Alkaloide (bes. Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin; s.Tollkirsche). Deretwegen wurden Fruchtauszüge bei Schwergeburten verordnet und waren häufiger Bestandteil von Hexensalben. Von Heilkundigen wurde der Alraunwurzel Wirkung als Aphrodisiakum (von Hildegard solche als Antaphrodisiakum) zugeschrieben. Außerdem wurden Alraunpräparate – häufig zusammen mit anderen Mitteln – in schmerzstillenden, beruhigenden und schlaffördernden Rezepturen verwendet. Wegen der hohen Preise, die für echte Alraunwurzeln gezahlt werden mußten, fanden Betrüger Ersatz in den Wurzeln der Zaunrübe und des Allermannsharnisch (Siegwurz), die allerdings erst mit dem Schnitzmesser in entsprechende Form gebracht werden mussten. (s. Hexensalbe, Liebestränke, Narkotika)
Bilsenkraut (Teufelsauge, Tollkraut, Dullkraut, Dulldill; Hyoscyamus niger; Gattung der Nachtschattengewächse). Bis zu 70 cm hohe, widerlich riechende Pflanze mit zottig behaarten, gesägten klebrigen Blättern und zahlreiche Samen enthaltenden Fruchtkapseln. Wichtige ma. Heil-, Gift-, Schmerz-, Schlaf- und Zauberdroge, enthält – am konzentriertesten in den Samenkörnern und in der Wurzel – Alkaloide (bes. Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin), Wirkung wie bei Tollkirsche (s.u.); Bestandteil von Hexensalben und –tränken sowie von medizinischen Betäubungsmittel (s. Narkotika), in der Volksmedizin als Schmerzmittel verwendet. Konrad von Megenberg schreibt: „Den samen sol man keim menschen zu essen geben, wann er tödt und bringt den siechtumb der vergessenheit ...“. Hildegard von Bingen: „Und wenn jemand es, oder das aus seinen Körnern bereitete Öl äße, würde es ein todbringendes Gift in ihm bereiten“. Die Klostermedizin empfieht äußerliche Anwendungen (gegen Kopf-, Ohren- und Zahnschmerz), lediglich bei starkem Blutspeien wird ein Trank von Bilsenkraut empfohlen. Bei hoher Dosierung sei „Wahnwitz“ und Tod zu befürchten. Bilsenkrautauszüge wurden bis in die Neuzeit dem Bier beigemischt, um seine berauschende Wirkung zu steigern. (Der Zusammenhang mit dem Namen der Bierstadt Pilsen ist fraglich.) Eisenhut (Sturmhut, Giftkraut, Teufelswurz; Aconitum napellus), eine blaublühende Gattung der Hahnenfußgewächse mit dickem, Tochterknollen treibendem Wurzelstock, welcher – wie der Samen – als Hauptwirkstoff das hochgiftige Alkaloid Aconitin enthält. Dieses wird durch die Schleimhäute und durch die unverletzte Haut aufgenommen, bewirkt Empfindungsstörungen von heftigem Hautkribbeln bis zu völliger Anästhesie, endlich gar Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Herzstillstand. Eisenhut war häufig Bestandteil von Hexensalben. Die durch ihn verursachte Sensation des Hautkribbelns und Pelzigwerdens dürfte für das Gefühl der Konsumentinnen verantwortlich gewesen sein, ihnen wüchsen Haare oder Federn, sie verwandelten sich derart in Tiere.
Fliegenpilz (Hexenei [das Jugendstadium des Fruchtkörpers]; Amanita muscaria; enthält das giftige Alkaloid Muscarin. Der Name „Fliegenpilz“ rührt daher, dass ein von ihm bereiteter Aufguss Fliegen anlocken und töten sollte. Konrad von Megenberg: „wenn man den zuo milch mischt, so toett er die mukken, darumb haizent sie mukkenswammen und ze latein muscineci“.) Zubereitungen aus dem getrockneten und pulverisierten Fruchtkörper wurden als Aphrodisiaca und zur Herbeiführung eines rauschartigen Zustandes benutzt, der von Euphorie über Erregung bis zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit gehen konnte.
Johanniskraut (so benannt, weil die Blume um Johanni [24. Juni] in schönster Blüte steht und weil sie, an diesem Tag gepflückt, besondere Heil- und Zauberkraft hat. Auch Hartheu, Hexenkraut, Teufelsflucht; Hypericum perforatum). Die Pflanze hat harte, kahle Stängel, ovale, durchscheinend gepunktete Blätter (von daher H. perforatum) und gelbe Blüten; beim Zerreiben der Blätter sondert sich ein roter Saft ab. Aufgrund ihrer Wirkstoffe (Hypericin, Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe) war sie gesucht als Arznei- und Färbepflanze, dem Aberglauben galt sie wegen ihres Namenspatrons als Dämonenschreck, wegen ihrer gelben Blüten als blitzeabweisend und wegen ihres roten Saftes als wirksam bei Krankheiten wie Blutarmut oder ausbleibender Regelblutung. Albertus Magnus und Konrad von Megenberg empfahlen ihre heilsame Wirkung bei Herz-, Nieren und Leberbeschwerden, Hildegard von Bingen hielt sie nur als für Viehfutter tauglich.
Mohn (ahd. maho, mhd. man, magsamen, mahen, von grch. mekon; Papaver Somniferum, Schlafmohn). Mohnsaft (aus Stängeln und Blättern, besonders aber aus den unreifen Samenkapseln) dürfte das älteste Schlaf- und Betäubungsmittel sein (s. Opium). Er enthält 37 Alkaloide, darunter Morphin, Codein und Narcotin, wirkt kräftig analgetisch und hypnotisch. In ma. Rezepten für Schmerz- und Narkosemittel ist Mohnsaft ein häufiges Ingrediens (zusammen mit Mandragora, Schierling, Hyoscyamus oder Bilsenkraut in unterschiedlichen Kompositionen). War auch Bestandteil von Liebestränken und Hexensalben. Hildegard von Bingen kennt seine Schlaf fördernden, Juckreiz stillenden und Ungeziefer vertreibenden Eigenschaften, sieht diese aber ausschließlich an die Samenkörner gebunden.
Mutterkorn (der Name kommt wohl von der die Gebärmutter [mhd. ber-muoter] anregenden Wirkung; Secale cornutum, Tollkorn). Schwärzliche, hornförmige (cornutus) Auswüchse auf Ähren von Roggen (secale). Sie werden bei feuchter Witterung durch den Pilz Claviceps purpurea hervorgerufen. Dieser Pilz enthält giftige Lysergsäure-Alkaloide, welche die ®Brotseuche verursachten. Die Brotseuche trat entweder als Gewebsbrand oder als epileptiformer Krampf mit Ohnmachten auf, nach denen die Patienten oft von Visionen berichteten, die übernatürlichen Ursachen zugeschrieben wurden. (Heute weiß man, dass einige Clavicepsarten das Alkaloid Ergonovin enthalten, das mit LSD identisch ist. Inwieweit Mutterkorn als psychotrope Medizin eingesetzt wurde, ist nicht bekannt.) Hebammen wandten Mutterkorn wegen seiner uterusanregenden Eigenschaften als pulvis parturiens zur Wehenanregung an, auch als Abtreibungsmittel wurde es eingesetzt.
Nachtschatten, bittersüßer (ahd. nahsato, mhd. nahtschade; Solanum nigrum; Volksnamen Alpkraut, Alpranke). Wurde als Mittel gegen den von Dämonen bewirkten Alpdruck („Nachtschaden“) verwendet. Die Wirkung wurde einem der Pflanze innewohnenden, noch kräftigeren elbischen Dämon gutgeschrieben. Die Inhaltsstoffe der Stängel – Alkaloide und Saponine – verursachen zentralnervöse Wirkungen wie Sinnestäuschungen und Trugbilder. Daneben verwendete man die Droge gegen Gicht, Hautausschläge, Husten und als harntreibendes Mittel. Der „Macer floridus“ empfiehlt ausschließlich äußerliche Anwendung, und zwar bei Ohr- und Kopfschmerz, bei Hautjucken und –ausschlägen und bei Brotseuche.
Nachtschatten, schwarzer (Solanum nigrum). Wegen seiner zentralnervösen Wirkung (erotisch gefärbte Halluzinationen) häufiger Bestandteil der ®Hexensalben. Hildegard empfiehlt seine äußerliche Anwendung bei Herzschwäche, Zahnschmerzen und geschwollenen Füßen. Schierling (ahd. skerninc, scerilinc, mhd. schirlinc. Mehrere Doldenblütler; verwendet wurden Blätter, Blüten und Samen von: Conium maculatum [Flecken-Sch., enthält das giftige Alkaloid Coniin] und Cicuta virosa [Wasser-Sch., giftig durch das Alkaloid Cicutoxin]). Innerlich angewendet gegen Milzleiden und Gicht sowie als Antaphrodisiacum. Äußerlich von Hildegard – wohl zur Schmerzlinderung – bei Schwellungen und Quetschungen empfohlen. Der „Macer floridus“ empfiehlt bei Gicht ein Schierlingspflaster. – Coniin wird durch Schleimhäute und unverletzte Haut aufgenommen, lähmt die motorischen Nervenendigungen der Skelettmuskulatur und wirkt betäubend auf sensible Nervenendigungen. Einreibung des männlichen Geschlechtsorgans mit Schierlingssaft soltte die Potenz abtöten. Bei innerlicher Anwendung bewirkt das Gift aufsteigende Lähmung der motorischen Rückenmarkszentren, endlich Tod durch Atemstillstand bei vollem Bewusstsein. Bestandteil von Hexensalben (Flughalluzination) und des Schlafschwamms (s. Narkotika). Stechapfel (Datura stramonium, von dem Sanskrit-Wort dhat [Name eines Giftes] abgeleitete Gattungsbezeichnung. Auch Dorn-, Teufels-, Zigeunerapfel, Igelskolben; zur Familie der Nachtschattengewächse gehörend). Der bis zu 1 m hohe kahle Stängel verzweigt sich erst im oberen Teil. In den oberen Blattachsen erscheinen Juni/Oktober trichterförmige weiße Blüten; diese öffnen sich erst abends und verströmen einen berauschenden Duft. Die Frucht ist eine eiförmige, walnussgroße, stachelige Kapsel, die viele kleine braune Samenkörner („Tollkörner“) enthält. Die Pflanze war bei uns nicht heimisch und wurde wahrscheinlich im MA. von zuwandernden Zigeunern mitgebracht. Zigeunerfrauen sollen die Samenkörner für heil- und zauberkräftig gehalten und damit Wahrsagerei betrieben haben. Sämtliche Pflanzenteile – besonders aber Wurzel und Samen – enthalten die Alkaloide Hyoscyamin, Skopolamin und Atropin; wegen derer halluzinogenen und narkotisierenden Wirkung fand sich die Droge in vielen Zaubermitteln, Hexensalben und Liebestränken. Wegen seiner berauschenden Wirkung wurde Stechapfelkraut mitunter dem Bier zugesetzt. Tollkirsche (Schlafbeere, Teufelskirsche, Tollwurz, Hexenkraut, Wolfsbeere; lat. Atropa belladonna, auch Uva versa [wegen der "verkehrt" sitzenden Beeren]; Nachtschattengewächs, dessen Blätter, Blüten und Früchte die Alkaloide Atropin, Hyoscyamin, Scopolamin, Belladonnin enthalten). Atropin, das wesentliche Alkaloid der Nachtschattengewächse (z.B. Alraune, Bilsenkraut, Tollkirsche), bewirkt Erweiterung der Hautgefäße (heiße, gerötete Haut, Senkung der Körpertemparatur), periphere Lähmung (Erschlaffung der Muskeln, Pupillenweitstellung), Hemmung der Speichel- und Schweißsekretion (Trockenheit in Schlund und Kehlkopf, Unfähigkeit zu schlucken, Heiserkeit), zentralnervöse Erregung (Redseligkeit, Bewegungsdrang, Euphorie), Halluzinationen (häufig erotischer Färbung), teils friedlich, teils mit Raserei (Tollheit) verbundene Delirien, bei großen Dosen zentrale Lähmung, Tod durch Atemstillstand. Präparate aus Nachtschattengewächsen wurden mit Tötungsabsicht verabreicht, als Narkotika eingesetzt, als Augentropfen zur Steigerung der Wirkung des weiblichen Blickes (durch Pupillenerweiterung) eingeträufelt oder in erotisierende Arzneimittelzubereitungen und Hexensalben eingebaut. Wolfswurz (Ähriges Christophskraut, Feuer-, Hexen-, Johanneskraut; Actaea spicata; gehört zur Gattung der Hahnenfußgewächse). Das Blattwerk, die Beeren (Teufels-, Hunds-, Wolfsbeere, Judenkirsche) und der Wurzelstock (Wolfswurzel) enthalten Alkaloide (v.a. Magnoflorin), die fiebersenkend und schmerzlindernd wirken. Wolfswurz wurde gegen die Pest verordnet. Der volkstümliche Name „Christophskraut“ rührt daher, dass die Pflanze hilfreich beim „Christoffeln“ war, dem Zaubern und Schatzsuchen im Namen St. Christopheri, des Meisters aller guten und bösen Geister, Helfers zum Erlangen von Reichtümern.
Tierische Drogen. Eine Vielzahl von Tierteilen und Tierprodukten fanden als Drogen Verwendung. Genannt seien Fett von Bär, Schwein, Hund, Katze oder Regenwurm; Geweih, Knochenmark, Penis und Blase vom Hirschen; Organe und getrocknetes Blut vom Fuchs; Herz und Galle vom Hecht; ®Bibergeil (Castoreum, stark riechende Absonderung aus den Afterdrüsen des Bibers); ®Bezoare (Magenstein von Wiederkäuern; besteht aus Kalziumphosphat; der Name kommt vom arab. bezahr = Gegengift); Fleisch von Vipern (s. Theriak); ferner Honig, Bienenwachs, Elfenbein, Muscheln (belliculi marini), Horn vom Einhorn (dem sagenhaften Monoceros; realiter ein Narwalzahn), Spinnweben u.a.m. In diesem Zusammenhang sei an die im SMA. für Arzneimittelzubereitungen sehr begehrten Mumien erinnerte, die als "mumia vera Aegyptica" aus Ägypten importiert oder als "frische Mumie" von den Leichen hingerichteter – möglichst rothaariger – Delinquenten gewonnen wurde. Unter "persischer Mumie" verstand man ein paraffinhaltiges Erdöl aus Persien, Mesopotamien und von den Gestaden des Toten Meeres (Erdpech, Judenpech), das als Heilmittel gegen Besessenheit und als Abwehrmittel gegen Dämonen eingesetzt wurde. (s. Mumie)
Mineralische Drogen wurden weniger häufig als pflanzliche eingesetzt. Nach Konrad von Megenberg hat Gold eine reinigende und läuternde Wirkung; es stärkt das Herz und schützt vor Ohnmacht. Silberschaum hilft gegen Hämorrhoiden und Krätze. Eisensinter erweicht Geschwüre. Im "Antidotarium Nicolai" sind aufgeführt: Blei, Schwefel, Quecksilber, Alaun, Kalk, Steinsalz, Bolus alba u.v.a. Besondere therapeutische Wirksamkeit wurde Edelsteinen zugeschrieben (s. Edelsteine, magische Wirksamkeit der). Als Mittel gegen Vergiftungen, Schlangenbisse und Seuchen stand Heilerde (®terra sigillata) in hohem Ansehen.

Quelle: Wikipedia.de



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